Ein kleines feines Porträt einer Dame der Fleischerei. Mit Tanz, Text und Stullen.

Tanz / Performance:  Dominika Willinek                                                                   

Text und Regie:  Lisa Zoth

Albertines Flugversuche wurde in den Gelegenheiten e.V. in der Weserstraße 50 in Berlin aufgeführt. Uraufführung Mai 2010, Wiederaufnahme im Rahmen des Festivals 48h Neukölln im Juni 2011.

Zum Stück: Dominika Willinek und Lisa Zoth etablieren eine Traumwelt in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Fleischerei in der Weserstraße. Die Kombination wirkt skurril und anrührend zugleich. Die Zuschauer werden eingeladen, im transformierten Ladenlokal auf Tuchfühlung mit der Tänzerin zu gehen, die ihnen im Laufe des Stücks sogar frische Leberwurstschnittchen anbietet. Albertines Flugversuche ist ein hautnahes Tanztheater zum Lachen, Fühlen, Träumen.

Das Stück nimmt Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten der ehemaligen Fleischerei und bezieht deren Attribute in das Theatergeschehen mit ein: Die rissigen weißen Wandkacheln werden zum Bühnenhintergrund, der alte Fleischerhaken zum Schirmhalter. Albertines Flugversuche deutet die Geschichte einer von Alltag und Vergangenheit gezeichneten Frau an, die doch noch ihre Flügel entdeckt. Die Figur nimmt Bezug zu einer Vergangenheit, die im mittellosen und vielmals noch unrestaurierten Neukölln sehr präsent ist. Inmitten eines schäbigen, entbehrungsreichen Umfeldes entdeckt Albertine ihren ganz persönlichen Luxus: Die Freiheit, zu träumen!

Im Entwicklungsprozess des Stücks haben die beiden Künstlerinnen sich intensiv mit der Geschichte und der aktuellen Situation des Weserkiezes befasst. Ihre Auseinandersetzung mit der Thematik der Transformation führte zur Schaffung der Figur Albertine. Das Stück spielt auf poetische Weise mit Metamorphose und schlägt damit eine Brücke zum Ort, in dem es stattfindet: Wie viele andere aktuelle Projekte im Kreuzköllner Kiez gelingt es den Gelegenheiten, das kaum veränderte Ambiente eines alten Ladenlokals als experimentellen Veranstaltungsort im aktuellen Zeitgeist zu etablieren.